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Montag, den 23. Mai 2022
 
 
 
Schriftliche Presse

Paris-Der rätselhafte Krankenhausaufenthalt des sogenannten Brahim Ghali, des Anführers der separatistischen Milizen, in Spanien unter einem falschen algerischen Namen, liefert Informationen über den Grad der Intimität zwischen dem algerischen Sicherheitsapparat und der Führung der Front Polisario, dem Politikwissenschaftler Mustapha Tossa zufolge.


Dieses Maß an Intimität macht das Beisein des algerischen Staates bei Verhandlungen über den Sahara-Konflikt "absolut obligatorisch", behauptete er in einer Analyse, die am Sonntag auf der Atlasinfo-Webseite veröffentlicht wurde.

In dieser Analyse betitelt "die rätselhafte Übergabe des Anführers der Milizen der Front Polisario Brahim Ghali" entschlüsselt Mustapha Tossa die Vor-und-Nachteile dieses politischen Sicherheitsskandals.

„Soziale Netzwerke rascheln nur mit dieser doppelten Frage: Warum haben sich die algerischen Dienste dafür entschieden, Brahim Ghali, den Anführer der Milizen der Separatisten der Front Polisario nach Spanien, ins Krankenhaus zu bringen, wohl wissend, dass er von der spanischen Justiz wegen Vergewaltigung, Folter und Strafverfolgung sowie wegen Verbrechen gegen die Menschheit verfolgt wird? Warum hat Spanien Marokko nicht darüber unterrichtet? Und wer hat der Presse die Informationen über dessen algerische Identität übermittelt und eine solche politische und sicherheitspolitische Explosion ausgelöst, deren Umfang weit über die finstere Person von Brahim Ghali hinausgeht? schreibt der Kolumnist.

Bisher verweist der Politikwissenschaftler darauf, dass „jeder, der versucht hat, überzeugende Antworten auf diese Fragen zu geben, in Vermutungen verloren gegangen ist und dazu gezwungen war, Szenarien zu entwickeln, worin die Moral der Geschichte Informationen über die vielfältigen Entwicklungen des Kräfteverhältnisses in der Maghreb-Region liefern kann.“

Das erste Szenario, das aufgrund der Richtigkeit der Informationen auf dem algerischen Pass von Brahim Ghali in den Sinn kommt, verweist darauf, dass das Leck von den algerischen Diensten stammen könnte. Diese Informationen über die Herstellung von Reisedokumenten und Phantomidentitäten werden traditionell vom ersten Höhepunkt der algerischen Spionageabwehr aufbewahrt, stellte er fest.

Aber „die ganze Frage dieses Szenarios ist, ob das Leck freiwillig war, mit dem machiavellistischen Ziel, diesen Skandal um Brahim Ghali zu verursachen, der jetzt peinlich ist. Oder ob es sich um eine gähnende Lücke handelt, durch die eines der angeblich bestgehüteten Staatsgeheimnisse der algerischen Strategie der Presse zugänglich gemacht wurde“, fügte der Kolumnist hinzu. In beiden Fällen versichert er, "der Glaubwürdigkeit der algerischen Dienste, die in dieser Angelegenheit die Creme ihres Geistes mobilisiert haben sollen, wurde ein schwerer Schlag verabreicht".

Mustapha Tossa: „Mit Ausnahme der Hypothese eines spanischen Lecks oder einer marokkanischen Performanz dominiert die Idee eines freiwilligen oder nicht freiwilligen algerischen Fehlers weitgehend die Analysen zu dieser rätselhaften Übergabe von Brahim Ghali, dessen Verbrechen und Folter in Spanien fortgesetzt werden“.

Und um zu betonen, dass „heute die Augen auf die möglichen Veränderungen an der Spitze der algerischen Dienste ausgerichtet sind, wovon jede Bewegung über die Vision der einen und der anderen in Bezug auf diese dunkle Angelegenheit der Krankenhauseinweisung des Oberhauptes der Milizen der Front Polisario in Spanien informiert, dem Land, dessen Gerechtigkeit ihn unter Verschluss halten muss bzw. Sanktionen fallen lassen und Köpfe in der algerischen Geheimdienstarchitektur abschneiden lassen, um den Preis für eine klaffende Lücke heimgezahlt zu bekommen, die eines der bestgehüteten Geheimnisse in die Schlagzeilen gebracht hat."

Wenn die Sanktionen fallen, fährt der Kolumnist fort, könnte dies darauf verweisen, dass die algerische Junta die Täter eines möglichen Fehlers oder Lecks sanktioniert. Wenn im Übrigen nichts passiert, könnte dies in den Köpfen vieler „einen algerischen Wunsch bestätigen, eine Last namens Brahim Ghali, deren Verwendung zweifellos nicht mehr mit der fraglichen politischen Abfolge vereinbar ist, zu einem guten Preis loszuwerden".

Auf marokkanischer diplomatischer Ebene, unterstreicht Mustapha Tossa, "erlaubte diese Angelegenheit Marokko," einen Mangel an Verständnis und Ärger " zur Sprache zu bringen und" die spanischen Behörden um Erklärungen "zu diesem verstohlenen Krankenhausaufenthalt und zu der Tatsache zu bitten, dass die spanische Justiz noch nicht auf die zahlreichen Beschwerden der Opfer von Brahim Ghali alias Mohamed Benbetouche reagiert hat.

Dem Politikwissenschaftler nach beeilte sich die Chefin der spanischen Diplomatie, Arancha Gonzalez Laya, am vergangenen Freitag zu erklären, dass die Beziehungen zu Marokko nicht von der "streng humanitären Aufnahme" des Anführers der Front Polisario betroffen seien. "Dies verhindert oder stört nicht die hervorragenden Beziehungen, die Spanien zu Marokko unterhält."

Mustapha Tossa bekräftigt heute jedoch, dass "den Konsequenzen der Rechtsverfahren, die Spanien dem Fall Brahim Ghali widmen muss, große Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte", nachschiebend, dass "außer sich vorzustellen, dass die spanische Justiz sich offen verweigern bzw. sich selbst diskreditieren kann, werde sie keine andere Wahl vor sich haben, als Ausschau nach dem Anführer der Milizen der Front Polisario, Brahim Ghali, zu halten, welcher sich in die Haut des algerischen Bürgers Mohamed Benbatouche versteckt.“

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