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Donnerstag, den 23. Mai 2024
 
 
 
Schriftliche Presse

Khalihenna: es gibt keine politischen Gefangenen der Polisario, sondern Gefangenen wegen rechtlicher und politischer Gründe  

Der Mann hat darauf Acht gegeben, von seinen Worten präzise Wahl zu machen und hat erläutert, dass die Lösung der Frage in der Hand des Nachbarlandes Algerien steht, das in der Lage ist, die Front Polisario dazu zu bewegen, sich für die Lösung dieses Konflikts zu entscheiden und ein Ende diesem langen Dossier ein Ende zu setzen. Er hat seinen Aufruf dem Präsidenten der Front Polisario erneuert, nach Marokko zurückzukehren, und hat anerkannt, dass es Fehler infolge der Sicherheitsannäherungsweise in der Vergangenheit gegeben hat. Er hat zurückgewiesen, dass es eine Beziehung zwischen Marokko und der Bewegung Khat Achahid gibt und hat auf die Notwendigkeit bestanden, eine Trennung zwischen der Führung und der Front Polisario zu machen.



Die Verhandlungen gehen langsam vorwärts

Zunächst… die Verhandlungen in ihrer ersten und zweiten Runde schreiten den Schritt einer Schildkröte vorwärts, was dazu veranlasst, zu sagen, dass Pessimismus um die dritte Runde, die dort abgehalten wird, umgibt…?
Nein, ich bin mit Ihnen nicht einverstanden. Die Verhandlungen in den vorgängigen Runden schreiten in einer möglichen Schnelligkeit und ordnungsmäßig vorwärts auf der Suche nach Gutglauben. Sie war nicht schlecht, wie dies der Bebachter behauptet, der in den Verhandlungen nicht anwesend war… Allein der Willen, an den Verhandlungen teilnehmen zu möchten und kommunizieren zu wollen, ist eine gute Sache. Dass nur zwei Runden notwendig sind, um zu einem Ergebnis zu gelangen, ist unakzeptabel auf der diplomatischen Ebene.

Worin liegt die Grenze Ihrer Verhandlungen  mit der Front Polisario?
Das Königreich Marokko verhandelt in der Grenze der Autonomie unter der marokkanischen Souveränität und der territorialen Integrität.

Einige behaupten, dass diese Autonomie umfassend sein wird?
Keineswegs. Dies ist eine Presserfinderei, die keine Basis im Völkerrecht findet.

Befürchten Sie nicht, dass die Autonomie der Sahraouis eine Protestbewegung in einigen marokkanischen Provinzen wie bei den Amazigh beispielsweise verschärfen wird?
Wir befürchten Nichts in dieser Hinsicht. Der marokkanische Staat, der 14 Jahrhunderte der Krisen, der Bürgerkriege, der Stammspannungen und der ausländischen Besatzung, wird nicht durch die Autonomie beeinflusst werden. Die marokkanische Entität ist stark.

Sie hegen Angst vor denen, die nach der Einheit streben

Warum lehnt Polisario Ihre persönliche Präsenz innerhalb der marokkanischen Delegation an den Verhandlungen ab?
Dies bleibt und ist ihre Sache. Die Jenigen, die meine Präsenz ablehnen, vertreten nur 20% der Sahraouis. Sie möchten keine Partei mit sahraouischer Abstammung, die nach der Einheit strebt. Dies macht ihre Mission schwieriger. Und dies bedauern wir, wie wir auch bedauern, dass sie uns ausschließt.   Polisario akzeptiert, nur mit denen zu kommunizieren, die mit ihrem  Plan einverstanden sind, und nicht mit denen insbesondere, die gegen ihre Vision auch während des Protektorats sind, was bestätigt, dass es sich um eine leninistische globale Bewegung handelt.

Kritik ist am königlichen Konsultativrat für Saharaangelegenheiten ausgeübt worden, da nun er nicht alle Sahraouis vertritt und da nun dessen Mitglieder ernannt sind?
Der königliche Konsultativrat für Saharaangelegenheiten (CORCAS) ist keine Vertretungsassoziation, ansonsten hätte der König Mohammed VI den Beschluss erlassen, aus ihm eine Wahlinstitution wie das Parlament zu machen. Es handelt sich um einen königlichen Rat, der die Saharagesellschaft gemäß den Sitten und im Respekt hauptsächlicher Maßstäbe vertritt, so dass nur die Notabeln der Stämme je nach Altersschicht ernannt wurden.  Sie stellen fest, dass die Amerikaner in dem Irak auf die Sitten zurückgegriffen haben um mit den irakischen Stämmen zu kommunizieren. Die Sitten wie in den Golfstaaten und in anderen Regionen der Welt sind stärker als die Wahloperation.

Die Erlösung und das Handküssen
Sie haben dem Präsidenten der Front Polisario Mohamed Abdelaziz vorgeschlagen, sich zu erlösen und die Hand des Königs zu küssen, um nach Marokko zurückzukehren. Sie haben behauptet, dass die Chance offen ist, um die Autonomie in der Sahara zu präsidieren. Sind Sie nicht im Glauben, dass Sie nach dem Unmöglichen streben?
Die Erlösung ist eine religiöse Verpflichtung für die Muslime. Die Fehleranerkennung ist eine gute Sache. Mohamed Abdelaziz ist ein Marokkaner und der Beweis dafür liegt darin, dass sein Vater Mitglied im Corcas ist. Wenn ich eine solche Sache behaupte, begehe ich keinen religiösen und geschichtlichen Fehler. Mohamed Abdelaziz tritt in eine politische Spirale hinein wegen geschichtlichen Gründen. Dies ist keine neue Sache für Marokko, das eine Gegenbewegung gegen die Monarchie erfahren hat, und die dann den richtigen Weg eingeschlagen hat. Ich behaupte immer, dass das Handküssen zum Protokoll des Gehorsams im Königreich Marokko gehört.

Wenn die Polisario die Autonomie unter dem Druck akzeptiert, wird Marokko akzeptieren, dass sie in friedlicher Weise in das Vaterland zurückkehrt?
Warum denn nicht, wenn der militärische Führer der Polisario El Habib Ayoub heute in Marokko lebt. Der ehemalige Außenminister der Polisario Ibrahim Hakim ist Botschafter Marokkos, darüber hinaus Omar Hadrami, der Vorsteher des Sicherheitsdienstes der Front Polisario ist zum Gouverneur in Marokko ernannt worden. Wenn die Versöhnung in Erfüllung geht, vergessen wir die Vergangenheit und die politische Auseinandersetzung. Wir gehören zu der einen und derselben Familie. Die Türen stehen offen für alle Brüder innerhalb der Polisario, um ihre Verantwortung zu übernehmen.

Kein Ausschluss für die Jenigen die nach der Einheit streben

Einige Zurückkehrende aus der Polisario fühlen, dass sie ausgeschlossen sind und dass ihre Rolle nicht Rücksicht genommen wird, was einen negativen Einfluss auf den Verhandlungsdialog mit der Polisario ausüben kann?
Dies entspricht nicht der Wahrheit. Die Führer, die innerhalb der Front Polisario waren, übernehmen eine große politische Verantwortung. Einige Zurückkehrende stehen in Verwirrung, was ihre Rolle anbetrifft. Die Verwaltung eines Staates ähnelt nicht der Verwaltung einer Bewegung, obgleich sie so wichtig ist.

Die Anerkennung der Fehler

Die Sicherheitsvorkehrungen in den Saharastädten rufen Reaktionen hervor und führen zu der Verschärfung der Spannung, was die Annahme der Autonomie für die Söhne dieser Provinzen ausgeschlossen lassen wird?
Zweifelsohne gab es Fehler in der Vergangenheit. Marokko gehört wie Südafrika zu den wenigen Ländern, die diese Fehler anerkannt hat, was die Vergeisselung und die Verstoßungen gegen die Rechte anbetrifft. Es hat eine neutrale Versöhnung gegeben auf der Basis der islamischen Religion und auf der Basis des Völkerrechts. Es wurde eine Methode der finanziellen und emotionellen Entschädigung stattgefunden, was eine Autokritik ist. Das Selbe ist in der Sahara vorgefallen. Nach Schaffung des königlichen Konsultativrates für Saharaangelegenheiten sind die Ausdrucksfreiheit und die Meinungsfreiheit sichergestellt. Der Rückgriff dennoch auf die Gewalttätigkeit blieb die alleinige zu ablehnende  Sache. Es gibt keinen Staat Mitglied der vereinten Nationen, der akzeptiert, dass eine Gruppe von Individuen auf die Gewalt innerhalb seines Territoriums zurückgreift und dass sie ihre allgemeinen und privaten Interessen antastet. Alle, die diese Maßstäbe einhalten, führen ein glückliches Leben, inbegriffen die Jenigen, die die Frage der Polisario in friedlicher Weise im Süden verteidigen. Es wird ihnen Nichts Schlechtes widerfahren. Sie verreisen mit einem marokkanischen Reisepass und sie bewegen sich zwischen Laâyoune, Smara und in Dakhla. Sie beleidigen Marokko. Sie kehren dennoch nach Marokko zurück. Und wir betrachten dies als Meinungsfreiheit. Wenn sie aber auf die Gewalt zurückgreifen, wird das Gesetz auf sie angewandt.

Haben Sie politische Gefangene aus Polisario?
In Marokko gibt es keine politischen Gefangenen der Polisario. Die Front Polisario hat einen Verzug verzeichnet im Abkommen der Feuereinstellung 1991 unter der Schirmherrschaft der vereinten Nationen  in der Freilassung der militärischen marokkanischen Gefangenen. Sie hat Fehler ihnen gegenüber begangen und hat sie emotionell und körperlich  gefoltert. Es gehört nicht zu den Gewohnheiten der Sahraouis, dies zu tun. Vor zwei Jahren und auf Warnung der vereinten Nationen hat sie alle freigelassen. Es gibt bei uns keine politischen Gefangenen. Die Jenigen, die sich im Gefängnis befinden, haben vom Gesetz verbotene Sachen begangen und nicht aus politischen Gründen.

Wie erklären Sie die Zusammenstösse, die in den marokkanischen Universitäten vorgefallen sind?
Jeder, der sich friedlich manifestiert, wird ihm Nichts Schlechtes widerfahren. Die Jenigen, die auf die Brennbomben zurückgegriffen haben und die die Sicherheitswagen und die privaten und öffentlichen Eigentümer zerstört haben, seien sie Sahraouis oder seien sie aus Casablanca oder aus Fes oder seien sie Ausländer in Marokko, werden dafür bestraft.

Polisario ist reif geworden

Sie haben in der 2. Runde der Verhandlungen behauptet, dass die Front Polisario Zeit nötig hat, damit ihre Entscheidung reif wird… was verstehen Sie darunter?
Es gibt eine Sache, worüber Aufschluss gegeben werden soll. Die Front Polisario ist eine globale Bewegung und ein Erbe des kalten Kriegs. Nach Zusammenbruch der sowjetischen Union sind alle kommunistischen und ähnlichen Parteien auseinander gekommen. Die Front Polisario ist die alleinige Bewegung mit einmaliger Entscheidung und Gedankenweise und der Beweis dafür ist, dass Mohamed Abdelaziz seit 1976 zum Generalsekretär ernannt wurde. Sie ist Alliierte ihrer Alliierten Algerien, denn sie befindet sich in seinem Territorium. Algerien finanziert sie, beherbergt sie und verteidigt sie. Sie ist Algerien in allem schuldig.

Die Position Algereins

Dies bedeutet, dass Polisario mit Marokko verhandelt nicht auf der Basis einer unabhängigen Entscheidung?
Noch nicht. Wir hoffen, dass sie vom Algerien unabhängig wird.

Sie hegen dennoch in diesen Verhandlungen die Hoffnung dass diese Unterstützung auch seitens Algeriens geleistet wird?
Zweifelsohne, Marokko und das Bruderland Algerein sind mit einander über starke, solide und unzertrennliche Bande verbunden. Wir hoffen, dass Algerein reif wird und dass sie auf die sterilen Auseinandersetzungen verzichtet, die zu Nichts führt. Dieser Konflikt hat zum Bürgerkrieg und zum Terrorismus beigetragen und hat seine Entwicklung behindert. Dieser Konflikt ist eine Verschwendung der Möglichkeiten und der Bemühungen und hat die Tür für die Einmischung der Ausländer in unsere Angelegenheiten geöffnet.

Sehen Sie nicht, dass Sie sich im Bewegsand befinden, was Sie nicht dazu veranlasst hat, sich mit dem wahrhaftigen Problem in den Verhandlungen anzufreunden?
Der Konflikt befindet sich nicht im Bewegsand. Marokko befindet sich im festen Boden.

Das Referendum ist unmöglich

Wie sehen Sie die Zukunft des Referendums in der Sahara?
Dies ist eine unmögliche Sache. Die vereinten Nationen haben auf diese Methode, worauf Polisario Anspruch erhebt, zurückgegriffen. Sie haben aber die Schwierigkeit seiner  Anwendung vernachlässigt. Sie hat die Wahl von einer neuen Methode gemacht, nämlich von der Selbstbestimmung auf der Basis der Identitätsidentifizierung. Sie sind zum Scheitern gekommen, denn die bestehenden Grenzen sind keine normalen Grenzen. Die Gesellschaft der Sahraouis ist auf 4 Nachbarländer aufgeteilt, deren Grenzen vom spanischen und französischen Kolonisator gezogen wurden ohne vernünftige Maßstäbe. Die Sahraouis befinden sich in Marokko, in Algerein von Bachar bis zu den mauretanischen Grenzen über Tindouf. Sie befinden sich auch im Westnorden Mauretaniens und im Norden Malis. Was ich mit den gegenwärtigen Stämmen meine, wie Rguibat, Tekna, Oulad Dlim, Ahl Barak Allah, Scheikh Maoualainin. Diese hat der Kolonisator auseinander gebracht. Es ist alsdann unmöglich, ein Referendum auf der Basis der Identitätsidentifizierung zu organisieren, soweit wir die Grenzen nicht abändern und soweit wir einen geographischen Raum nicht schaffen, der das Gesicht dieser Region des afrikanischen Kontinents umgestalten wird. Das Referendum ist unmöglich und ist unwendbar, weder technisch noch politisch.

Wird die Autonomie seitens der Polisario akzeptiert?
Wir stehen vor einer Delegation der Polisario, die keinen Bescheid um die Versöhnungssprache weiß und die nicht hören möchte, dass die Verhandlung impliziert, dass man nach einer Mittellösung strebt. Wir hegen die Hoffnung, dass Polisario reif wird, und zu diesem Punkt gelangt.

Warum trennen Sie zwischen der Polisario als Führung und als Front?
Die Front besteht aus Allen, die sich in den Lagern von Tindouf befinden, während die Führung eine Gruppe von Personen ist, die mit Algerien koordiniert. Meiner persönlichen  Erfahrung  und der Erfahrung meiner Kusins in dieser Region nach liegt das Ziel der Jenigen, die gegen die marokkanische Union sind, nicht in der Lösung des Saharaproblems, sondern, darin, das Alles beim Alten bleibt.

Khat Achahid

Haben Sie Kontakte mit Khat Achahid aufgenommen, nach ihrer Separation von der Polisario?
Wir stehen in dauerndem Kontakt mit unseren Brüdern in den Lagern und nicht nur mit der Bewegung Khat Achahid. Wir sind nicht darüber ermüdet, uns an sie zu adressieren.

Einige glauben, dass sie eine marokkanische Schaffung ist?
Dies ist eine reine Lügnerei und entspricht nicht der Wahrheit.

Wie steht es mit Ihrem Optimismus vor der dritten Runde der Verhandlungen in Manhasset?
Wir werden unsere zweite Session am 18. und 19. Dezember in Smara abhalten. Diese Versammlung fällt mit dem 12. Kongress der Front Polisario zusammen. Wir werden das Thema der Autonomie als definitive Lösung zur Realisation der Versöhnung und der Rückkehr in der Würde behandeln. Wir hegen die Hoffnung, dass Polisario reif wird, um die Versöhnung über die Verhandlungen zu realisieren und um zu dem besten Abkommen zu gelangen, das alle Parteien zufrieden stellt. Wir sind darüber nicht ermüdet.

Hegen Sie nicht Angst, zum Krieg zurück zu kehren?
Wir hoffen, nicht zum Krieg zurückzukehren. Der Krieg bringt keine Lösung nach sich. Den Krieg haben wir 16 Jahre lang und Polisario mit allen Waffen ausprobiert. Das Ergebnis war katastrophal für uns, für sie und für Alle.

 

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