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Sonntag, den 21. Apr 2024
 
 
 
Königsreden

„Das neue Entwicklungsmodell der Region der Sahara strebt danach, aus dieser Region ein Pole der Begegnung zwischen dem arabischen Maghreb und Afrika südlich der Sahara zu machen“

Am vergangenen Samstag ging das internationale Forum Crans Montana (12.-14. März 2015) zu Ende, mit einem großen Erfolg, der sich durch eine starke Botschaft seiner Majestät des Königs Mohammed VI und mit Beteiligung von 800 Persönlichkeiten aus 112 Staaten kennzeichnet.



In seinem Brief an das Forum bestand seine Majestät der König auf die Notwendigkeit der Begegnung zwischen dem arabischen Maghreb und Afrika südlich der Sahara, erachtend, dass die Stadt Dakhla sich in ein Pole der Begegnung zwischen dem arabischen Maghreb und Afrika südlich der Sahara verwandeln kann und dies angesichts dass sie in den Mittelpunkt der marokkanischen Erfahrung der Schaffung eines Entwicklungsmodells in der Region der Sahara steht und davon ausgehend, ist die Stadt Dakhla dazu eingeladen, eine Drehscheibestelle im wirtschaftlichen afrikanischen künftigen Pole zu werden, im Rahmen dessen der Frieden und die Stabilität in der Region südlich der Sahara verfestigt werden.

Andererseits erfuhr das Forum Crans Montana die Aushändigung „des Preises von Crans Montana“ und goldene Medaillen zur Beehrung der Akteure im Bereich des Friedens, der Freiheit und der Demokratie in der Welt. Der Preis 2015 wurde fünf hochrangigen internationalen Persönlichkeiten ausgehändigt, nämlich:

-Dem ehemaligen Präsidenten Estonia Herrn Arnold Rotel,

-Dem ehemaligen Präsidenten der spanischen Regierung, Herrn José Luis Rodriguez Zapatero (2004-2011)

-Dem Helfer des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, Herrn Philippe Dusset Blazy

-Dem französischen Minister für Umwelt, für dauerhafte Entwicklung und für Planung, Herrn John Luis Borlaut (2007-2010)

-Der Präsidentin des Wirtschafts-Sozial-und Umweltrates in Senegal, Frau Aminata Thal.

Anbei der vollständige Wortlaut der Königlichen Botschaft, welche der Regierungschef, Herr Abdeilah Benkirane, vorgelesen hat:

„Gepriesen sei Gott allein, Segen und Gruß seinen auf dessen Propheten, seine Familie und seine Mitgefährten

Sehr geehrte Damen und Herren,

Mit großer Freude adressieren wir uns an die Teilnehmer dieser Ausgabe des Forums Crans Montana, welche Afrika gewidmet ist und welche unter unserer Vorherrschaft Persönlichkeiten diverser Horizonte zusammenbringt und welche einen internationalen unbestreitbaren Ruf genießt. Wir heißen Alle herzlich Willkommen in Marokko und insbesondere in der Stadt Dakhla, der Perle des Südens des Königreichs. Wir bestehen darauf, uns bei Ihnen für diese triftige Wahl insbesondere im Lichte der Zentralthematik Ihres Forums zu bedanken.

In der Tat strebt das neue Modell der Entwicklung in der Region der Sahara, das vom Königreich adoptiert wurde, aus dieser Region eine Brücke zwischen dem Maghreb und Afrika südlich der Sahara zu machen. In diesem Sinn ist die Stadt Dakhla dazu aufgerufen, eine Zentralposition in der künftigen wirtschaftlichen afrikanischen Brücke zu haben, im Dienste des Friedens und der Stabilität in der Region südlich der Sahara.

Dieses neue Modell der Entwicklung entspringt einer politischen ehrgeizigen Vision zugunsten einer neuen Generation der institutionellen Reformen mit Grundlage der fortgeschrittenen Regionalisierung. In der Tat strebt das Königreich danach, die lokalen Spezifitäten seiner Territorien hervorzuheben, die gute lokale Regierungsführung zu fördern und auf der Ebene der Regionen öffentliche Politiken zu entwickeln, welche die Effizienz der Intervention des Staates und dessen Partnerschaft mit den lokalen Kollektivitäten garantieren.

In diesem Rahmen ist die Stadt Dakhla dazu angehalten, eine Plattform des multiförmlichen Austausches zwischen dem Atlantik, dem Maghreb und dem Sahel zu werden. Auch die Präsenz von Teilnehmern aus diversen Horizonten (Staaten, Zivilgesellschaften, wirtschaftliche Akteure…) wie auch die Wichtigkeit der Thematik, welche behandelt werden wird, bestärken uns in diesen strategischen Wähle für ein solidarisches afrikanisches Kontinent, der Zukunft entschlossen zugewandt.

Sie zollen auf diese Weise der Aktion Tribut, die wir mit Ausdauer zugunsten unseres Kontinents führen. In der Tat spart Marokko keine Mühe, sich zugunsten eines modernen kühnen unternehmerischen und aufgeschlossenen Afrikas einzusetzen, stolz auf dessen Identität, stark durch dessen kulturelles  Erbe und dazu fähig, die überholten Ideologien zu überwinden. Deswegen bestehen wir heute darauf, Herrn Jean Paul Carteron einen vibrierenden Hommage zu erweisen, welcher seine reiche und eklektische Erfahrung genutzt hat, um unseren Anliegen durch den Dialog und das Teilen zu dienen. Die logische und vernünftige Wahl der eminenten Institution, die er vertritt, für die marokkanische Sahara ist zweifelsohne ein Faktor des Erfolgs.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Das Thema der Zusammenarbeit Süd-Süd und die Entwicklung in Afrika, das Sie für ihre Arbeiten gewählt haben, besitzt eine große Relevanz und ist zeitgemäß. Es wiederspiegelt ohne Zweifel unseren gemeinsamen Ehrgeiz, Afrika in den Mittelpunkt der großen geopolitischen Welterfordernisse zu stellen. In dieser Hinsicht sollten die Konzepte der Zusammenarbeit Süd-Süd die neuen Rahmenbedingungen des 21. Jahrhunderts integrieren und sich in Funktion der Megatrends der Globalisierung in ihren multiplen Facetten adaptieren.

Im selben Zusammenhang haben wir laufend zugunsten einer effizienten und solidarischen Kooperation plädiert, das Beste aus den angebotenen Opportunitäten aus der dreieckigen Kooperation ziehend, sowohl auf der regionalen Ebene als auch mit den Ländern des Nordens. Selbstverständlich sollte diese Aktion in einem Geist des gegenseitigen Respekts, des Gleichgewichts und der Berücksichtigung der Interessen der differenten Partner geführt werden.

Das Königreich, wofür die Zusammenarbeit Süd-Süd eine der Säulen seiner auswärtigen Politik konstituiert, entwickelt mit der erforderlichen Aufgeschlossenheit fruchtbare Partnerschaften mit dessen europäischen, nordamerikanischen und asiatischen Partnern. Dieses Partnerschaftsmodell, multidimentionnal und mehrere Akteure mobilisierend, obliegt uns, sie mit Ausdauer zu fördern, zugunsten einer erhöhten Entwicklung Afrikas. Unser Kontinent hat das höchste Tribut der Kolonisation und dem Kalten Krieg bezahlt und leidet darunter bis heute bedauerlicherweise weiter.

In Afrika sind die geerbten Grenzen aus der Kolonisation heute noch und häufig Hauptquelle der Spannungen und der Konflikte, es steht uns, Afrikanern, zu, zu innovieren, um daraus offene Räume zu machen, wo die Begegnungen und die fruchtbaren Austausche zwischen den afrikanischen Gesellschaften begünstigt werden. Afrika ist auch ein Kontinent, wo Linien der wirtschaftlichen politischen und kulturelle Brüche vorherrschen, welche Multiformkrisen generieren, während die Pluralität und die Diversität seiner menschlichen und natürlichen bewunderbaren Reichtümer im Gegenteil den besten Katalysator für eine regionale Integration und für die Komplementarität zwischen dessen Räumen konstituieren können, sodass die Nebenfolgen der Zerlotterung eliminiert werden können, deren das Kontinent Gegenstand in der Kolonisationsperiode geworden ist  und welche die politischen und ethnischen Spannungen begünstigt haben.

Der Kontinent ist auch mit einer wachsenden besorgniserregenden Sicherheitsprekarität konfrontiert. Neue transnationale Gefahren wie Terrorismus, organisierte Verbrechen, Handel mit Drogen, Menschenhandel und religiöses Extremismus haben sich in alarmierender Weise in zahlreichen afrikanischen Regionen entwickelt. Diese Hauptherausforderungen benötigen transnationale Antworten und stellen uns vor dem Erfordernis einer kollektiven konzertierten Reflexion über die sicherheitliche Problematik.

Dennoch ein Hoffnungsmotiv für unsere Ambitionen und für unsere gemeinsamen Absichten ist Afrika der Kontinent, der heute über multidimensionale Trümpfe verfügt, um die Zukunft der Welt zu verkörpern.

• Der afrikanische Kontinent weist in der Wirtschaft den steigenden Bedarf seit 2000 auf, dessen Handel stockte im Vergleich zum Rest der Welt mit mehr als 200% in derselben Periode auf.

• Unser Kontinent wird 2 Milliarden Einwohner 2050 zählen und sollte von diesem wunderbaren demographischen Potential profitieren, insbesondere von der Jugend, um dessen Stelle in der Weltwirtschaft zu konsolidieren.

• Afrika verfügt über das größte Potential der natürlichen Reichtümer, die aufzuwerten und zu bewirtschaften gilt zugunsten der dauerhaften menschlichen Entwicklung seiner Populationen.

• Afrika ist der Kontinent, wo sich die Demokratie und die gute Regierungsführung aufbauen und jeden Tag noch mehr verfestigen.

Das ermöglicht uns, zu schlussfolgern, dass Afrika sich heute in der Scharnierphase seiner Geschichte befindet und dass es die Einführung von innovativen Strategien, Instrumenten und Mechanismen benötigt, um dessen Marsch in Richtung des Fortschritts zu konsolidieren. In dieser Hinsicht sollte Afrika sich von den Lasten seiner kolonialen Vergangenheit befreien und entschlossen sich seiner Zukunft zuwenden, in dem es noch mehr Vertrauen sich selbst und dessen eigenen Fähigkeiten schenkt.

• Afrika hat es nötig, Win-Win-Partnerschaften auszuarbeiten und zu unterstützen.

• Afrika hat es nötig, sein Teil in der internationalen Kette der Wertschaffung zu begünstigen.

• Afrika hat es nötig, die wirtschaftliche regionale Integration vorwärtszubringen und gemeinsame Räume des Aufblühens aufzubauen, welche die freie Bewegung der Güter und der Personen ermöglichen   

• Afrika hat es nötig, massiv in dessen Infrastruktur zu investieren und die Lebensbedingungen seiner Bürger zu verbessern.

• Afrika hat auch Energie nötig, um dessen Bemühungen der Entwicklung zum Gelingen zu bringen. Es verfügt in diesem Sinne über beträchtliche Potentialitäten, was erneuerbare Energien anbetrifft, die es zu mobilisieren gilt, um dessen dauerhafte Entwicklung zu bewerkstelligen.

In dieser Hinsicht ist die Idee eines Projekts der Entwicklung von erneubaren Energien in Afrika triftig auf Grund der reichen Opportunitäten, welche das atlantische Afrika im Bereich der Wind-und-Sonnenenergie anbietet. Die Notwendigkeit der Mobilisierung der interafrikanischen Kooperation ist auch sinnvoll. Die Geschichte lehrt uns, dass die wirtschaftliche politische und soziale Interabhängigkeit eine essentielle Bedingung für die Entwicklung ist. Deswegen ist Marokko dessen bewusst, dass eine Entwicklung in Inseln zum Scheitern verurteilt ist.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Marokko macht aus Afrika eine der strategischen Prioritäten seiner auswärtigen Politik. Diese Wahl entstammt der geographischen Zugehörigkeit Marokkos zum Kontinent und seiner tausendjährigen Geschichte, welche zutiefst seine afrikanische Identität und Kultur mitgeformt hat. Das Königreich ist also natürlich in seiner afrikanischen Stelle als Pole der Stabilität, der regionalen Entwicklung und der kulturellen Ausstrahlung bestärkt. Unser Willen der Verfestigung der Kooperation mit den afrikanischen Ländern wird bemerkenswert in den sukzessiven Besuchen illustriert, die wir den differenten Ländern des Kontinents abgestattet haben und welche die Realisation von konkreten Projekten und die Unterzeichnung von multiplen Abkommen der Kooperation ermöglicht haben, welche differente Bereiche betreffen.

Das Königreich Marokko, das immer die Logik des „Afro-Pessimismus“ abgelehnt hat, großschreibt und verteidigt eine solidarische  entschlossene und gezielte Aktion für das Aufkommen eines „neuen Afrikas“.  Dieses Afrika rufen wir immer aus unseren besten Wünschen herbei und werden entschlossen all unsere Bemühungen mobilisieren, um dazu zu gelangen. Die afrikanische Politik Marokkos stützt sich auf eine globale integrierte und inklusive Demarche,  welche darauf abzielt, den Frieden und die Stabilität zu fördern, die menschliche dauerhafte Entwicklung zu begünstigen und die kulturelle sowie spirituelle Identität der Populationen im Respekt der universellen Werte der Menschenrechte beizubehalten.

Die Originalität dieser Politik liegt auch in der Tatsache, dass sie nicht mehr das exklusive Markenzeichen der Regierung oder der institutionellen Akteure ist.  Sie wird im Gegenteil von den privaten wirtschaftlichen Operatoren getragen und übernommen und integriert die Akteure der Zivilgesellschaft. In dieser Hinsicht zielt Marokko darauf ab, die afrikanischen Länder in deren Bemühungen zu unterstützen, um solide Wirtschaften aufzubauen und dies dank des Transfers des Know-how, der Ausbildung der menschlichen Ressourcen, der Investition in Schlüsselsektoren der Wirtschaft und der Bündelung der Ressourcen.

Darüber hinaus angesichts der Wichtigkeit der regionalen Untergrupen hört Marokko nicht damit auf, zugunsten einer Belebung der Union des Arabischen Maghreb aufzurufen, welche dieses Jahr ihren 26. Jahrestag feiert.  Das Königreich spielt auch eine sehr aktive Rolle als Mitglied des CEN-SAD (Gemeinschaft der sahelsaharischen Staaten), dessen nächster Gipfel in Marokko stattfinden wird und setzt dessen fruchtbare Annäherung zu anderen regionalen Organisationen in Westafrika und Zentralafrika fort.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wir freuen uns auf Initiativen Ihres Forums, welche darauf abzielen, die Kooperation zwischen den afrikanischen Ländern in der atlantischen Fassade zu fördern. In dieser Hinsicht entspringt die Gründung anlässlich dieser Begegnung des Klubs des atlantischen Afrika einem geteilten Willen der Unterstützung der Entwicklung und der regionalen Integration im afrikanischen Kontinent und der Begünstigung dessen Öffnung auf dessen atlantische Fassade. In der Tat wurde diese wichtige Dimension der panafrikanischen Aktion lange Zeit vernachlässigt, während der Atlantik weit davon entfernt ist, ein Hindernis zu sein, ein Faktor für die Entwicklung und eine Brücke für die Aufgeschlossenheit, die Interaktion und für die Integration zwischen den differenten afrikanischen Ländern konstituiert.

Eine noch zu begrüßende Initiative ist die Gründung des Forums der afrikanischen Frau, das den Teilnehmerinnen ermöglichen wird, über einen Raum der Debatte und des Austausches zu verfügen. Es ist auch eine geeignete Gelegenheit, damit die afrikanischen Frauen voll und ganz ihre Rechte ausüben und um sie dazu anzuhalten, aktiv zu den Bemühungen der Entwicklung ihrer respektiven Länder beizutragen.  Denn unser Kontinent hat es nötig, all dessen Energien zu bündeln und all dessen Kräfte zu föderieren, um die erwünschten Objektive zu erreichen. In dieser Hinsicht haben wir laufend eine kapitale Wichtigkeit der Förderung der Bedingungen der Frauen  beigemessen, in dem ihre Teilnahme an den differenten politischen wirtschaftlichen sozialen und kulturellen Bereiche unterstützt wird. In diesem Rahmen setzen wir uns für die Parität zwischen den Bürgerinnen und Bürgern ein, welche in der Verfassung des Königreichs verankert ist.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Als Konklusion zollen wir Hommage dem Forum Crans Montana und dessen Präsidenten, Herrn Jean-Paul Carteron, welche die Thematik ihrer jährlichen Session Afrika und den Afrikanern gewidmet haben. Wir beglückwünschen uns bei ihnen für die konstante und beharrliche Aktion, die sie seit mehr als 3 Jahrzehnten zugunsten der Annäherung und der Koexistenz zwischen den Kulturen und den Zivilisationen führen. Das Forum Crans Montana wird laufend seitens des Königreichs Marokko die erforderliche Unterstützung finden, um dessen Aktion mehr Ausstrahlung zu verleihen, im Dienste der gerechten Anliegen des Friedens und der Entwicklung. Wir begrüßen auch Isesco und deren Generaldirektor, seine Exzellenz Dr. Abdulaziz Othman Altwaijri, für ihren aktiven Konkurs an der Organisation dieser wichtigen Manifestation und für ihre lobenswerten Bemühungen, um die Erfolgsbedingungen dieses Ereignisses sicherzustellen. Wir wünschen viel Erfolg Ihren Arbeiten und erneuern Ihnen unsere Wünsche eines angenehmen Aufenthalts in Ihrem zweiten Land, Marokko. Wassalamou alaikoum warahmatoullahi wabarkatouh.»

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