Hierbei folgt der vollständige Wortlaut der Königlichen Rede:
„Gelobt sei Gott allein,
„Gelobt sei Gott allein, Gebet und Erlösung gebühren dem Propheten, seiner Familie und seinen Mitgefährten gegenüber.“
Geliebte Bürgerinnen und Bürger,
Heute begehen wir mit Stolz den 25. Jahrestag meiner Thronbesteigung.
In diesen Jahren haben wir mit Gottes Gnade viel erzielt, was politische und institutionelle Reformen und die Verfestigung der marokkanischen Identität anbelangt.
Ich habe überdies viele Wirtschafts-und-Entwicklungsprojekte sowie Sozialprogramme ins Leben gerufen, um den sozialen Zusammenhalt fördern und den Bürgern Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen bewerkstelligen zu dürfen.
Darüber hinaus habe ich versucht, die territoriale Integrität des Landes zu verfestigen und die Stellung des Königreichs Marokko als einflussreicher Akteur und verantwortungsvoller sowie zuverlässiger Partner auf regionaler und internationaler Ebene erstarken zu dürfen.
Geliebte Bürgerinnen und Bürger,
Unsere Erfolge erstarken unser Selbstvertrauen und flößen uns Hoffnung auf die Zukunft ein.
Dennoch tun die Herausforderungen, denen unser Land gegenübersieht, weitere Anstrengungen und weitere Wachsamkeit sowie kreativere Lösungen und eine verantwortungsvolle Regierungsführung von Nöten.
Und eine der größten Herausforderungen, denen wir uns heute zu stellen haben, ist das Wasser – eine Herausforderung, die aufgrund der Dürre, der Auswirkungen des Klimawandels, eines natürlich ansteigenden Bedarfs und der Verzögerung bei der Fertigstellung einiger der im Rahmen unserer Wasserpolitik eingeplanten Projekte immer ernsthafter wird.
Sechs sukzessive Dürrejahre haben tiefgreifende Auswirkungen auf die Wasserreserven und auf das Grundwasser ausgeübt und die Wassersituation immer fragiler und komplexer gemacht.
Um dieser Situation begegnen zu dürfen, worunter viele Regionen, im vorliegenden Falle die ländlichen Gebiete, leiden, habe ich die zuständigen Behörden dazu angewiesen, dringend innovative Schritte unternehmen zu haben, um der Wasserknappheit ausweichen zu dürfen.
Gleichzeitig habe ich auf die optimale Umsetzung aller Komponenten des Nationalen Programms zur Versorgung mit Trinkwasser und mit Bewässerungswasser 2020–2027 beharrt, das – mit Gottes Gnade – dazu beigesteuert hat, die Schwere der Wassersituation abmildern zu dürfen.
Angesichts des zuwachsenden Bedarfs und der diesbezüglichen Einschränkungen möchte ich auf die regelmäßige Aktualisierung der nationalen Wasserpolitikmechanismen und auf die Festlegung eines strategischen Ziels bestehen – unabhängig von den Bedingungen bzw. von den Umständen –, der darin bestehe, allen Bürgern Trinkwasser parat stellen und mindestens 80% des benötigten Bewässerungswassers im gesamten Staatsgebiet mobilisieren zu dürfen.
In dieser Hinsicht sei es notwendig, das Dammbauprogramm abschließen und den in den Gebieten mit erheblichen Niederschlägen eingeplanten Dämmen Vorrang einräumen zu haben.
Im Einklang mit meiner ehrgeizigen, proaktiven und strategischen Vision empfehle ich, die Fertigstellung großangelegter Projekte für die Übertragung zwischen Becken beschleunigen zu haben: von den Becken Oued Laou und Loukkos via die Becken Sebou und Bouregreg bis zum Becken Oum Er-Rbia.
Dadurch darf eine Milliarde Kubikmeter Wasser zurückgehalten werden, welches sonst im Meer verlorengeht.
Darüber hinaus bewerkstelligen diese Projekte eine ausgewogene Aufteilung der nationalen Wasserressourcen auf die Regionen.
Desgleichen wichtig ist es, die Fertigstellung von Meerwasserentsalzungsanlagen gemäß dem zu diesem Zweck festgelegten Programm beschleunigen zu haben, das darauf abzielt, jährlich mehr als 1,7 Milliarden Kubikmeter produzieren zu dürfen.
Somit wird das Königreich Marokko bis zum Jahrgang 2030 dank dieser Entsalzungsanlagen mehr als die Hälfte seines Trinkwasserbedarfs abdecken. Dies wird auch die Bewässerung riesiger landwirtschaftlicher Flächen ermöglichen und somit zur Verbesserung der Ernährungssicherheit des Landes beisteuern. Ein Beispiel hierfür ist die Entsalzungsanlage in der Stadt Casablanca, die die größte ihrer Art in Afrika und die zweite weltweit sein wird, die zu 100% mit sauberer Energie betrieben wird.
Die größte Herausforderung bleibe die rechtzeitige und umgehende Fertigstellung der eingeplanten Anlagen und der damit verbundenen Projekte für erneuerbare Energien.
Und da die Wasserproduktion in den Entsalzungsanlagen die Versorgung dieser Anlagen mit sauberer Energie einfordert, ist es notwendig, die Fertigstellung des Stromanschlussprojekts beschleunigen zu haben, um erneuerbare Energie so schnell wie möglich aus den südlichen Provinzen in die zentralen und nördlichen Gebiete des Landes befördern zu dürfen.
In diesem Sinne fordere ich die Entwicklung einer nationalen Wasserentsalzungsindustrie sowie Kurse zur Ausbildung spezialisierter Ingenieure und Techniker ein. Ich ermutige auch zur Gründung marokkanischer Unternehmen, die auf den Aufbau und auf die Wartung der Entsalzungsanlagen spezialisiert sind.
In diesem Zusammenhang möchte ich unterstreichen, dass es in einem so lebenswichtigen Sektor wie in dem des Wassers keinen Platz für Nachlässigkeit, für Verzögerung bzw. für Misswirtschaft gebe.
Geliebte Bürgerinnen und Bürger,
Angesichts der Bemühungen, die geleistet werden, um uns alle mit Wasser versorgen zu dürfen, sollten wir uns selbst gegenüber ehrlich werden, was die vernünftige und die rationelle Nutzung der Wasserressourcen betrifft. Tatsächlich ist es unannehmbar, Milliarden und Überrmilliarden ausgeben zu dürfen, um Wasserressourcen mobilisieren zu dürfen, nur um dann feststellen zu dürfen, dass es weiterhin Fälle der Verschwendung und des Missbrauches gebe.
Die Erhaltung des Wassers ist eine nationale Verantwortung, die alle Institutionen und alle Beteiligten betrifft. Sie ist auch die feierliche Pflicht eines jeden Bürgers.
Ich fordere daher die zuständigen Behörden dazu auf, beim Schutze der Wasserressourcen des Landes strenger vorgehen zu haben, eine Wasserpolizei einsetzen und den übermäßigen Wasserverbrauch und die chaotischen Praktiken beim Wasserpumpen eindämmen zu haben.
Ich fordere außerdem eine stärkere Koordinierung und eine Konsistenz zwischen der Wasserpolitik und der Agrarpolitik ein, insbesondere in Gezeiten der Wasserknappheit, die landesweite Nutzung von Tröpfchenbewässerung einfordernd.
In diesem Sinne müssen wir ein ehrgeizigeres Programm zur Aufbereitung und zur Wiederverwendung des Wassers auf die Beine stellen, um sicherstellen zu dürfen, dass aufbereitetes Wasser als wichtige Quelle zur Abdeckung unseres Bedarfs in den Bereichen der Bewässerung, der Industrie usw… dienen könnte.
Abschließend möchte ich die Notwendigkeit klar herausstellen, Innovationen und Investitionen in den neuen Wassermanagementtechnologien fördern zu haben.
Was die südlichen Provinzen des Königreichs Marokko betrifft, so haben die dort fertiggestellten Wasserentsalzungsanlagen erheblich zur wirtschaftlichen und zur sozialen Entwicklung der Region beigesteuert.
Ich fordere daher den Ausbau der Anlage in Dakhla und eine Steigerung der Produktionskapazität ähnlicher Anlagen in der Zukunft ein, wobei ich mich zu diesem Zweck auf das erhebliche Potenzial dieser Provinzen zur Erzeugung sauberer Energie baue, zwecks dessen den Bedarf der Population und der dortigen Produktionssektoren wie Landwirtschaft, Tourismus, Industrie usw. abdecken zu dürfen.
Geliebte Bürgerinnen und Bürger,
Das große Interesse, das wir der Situation im Lande schenken, steht nicht dem gleich, dass wir die Tragödie unserer palästinensischen Brüder und Schwester ignorieren bzw. unsensibel darauf reagieren.
Als Vorsitzender des Ausschusses Al Quds gelang es mir, den Weg für eine musterhafte Route ebnen zu dürfen, via die wir unseren Brüdern und Schwestern in Gaza dringend benötigte Nahrungsmittel und medizinische Hilfe zukommen lassen durften.
Und im gleichen Geist der Verpflichtung und der Verantwortung greife ich weiterhin konstruktiven Initiativen unter die Arme, die darauf abzielen, praktische Lösungen finden, einen greifbaren und dauerhaften Waffenstillstand erzielen und die humanitäre Lage verbessern zu dürfen.
Die sich verschlechternden Bedingungen in der Region tun es nötig, dass wir über die Logik des Krisenmanagements hinausgehen und stattdessen Ausschau nach einer definitiven Lösung für diesen Konflikt halten müssen, die auf Folgendem beruht:
-Erstens: Wenn die Beendigung des Krieges in Gaza eine dringende Priorität ist, dann muss dies gleichzeitig mit der Schaffung politischer Perspektiven mit einhergehen, die einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Region nach sich führen;
-Zweitens: Die Entscheidung zu Gunsten von den Verhandlungen zur Wiederbelebung des Friedensprozesses zwischen der palästinensischen und der israelischen Partei tut es nötig, den Extremisten den Weg abschneiden zu haben– von welcher Partei sie auch immer kommen mögen;
-Drittens: Gänzliche Sicherheit und gänzliche Stabilität in der Region können nur im Rahmen einer Zweistaatenlösung erzielt werden, in der Gaza integraler Bestandteil des Territoriums des unabhängigen palästinensischen Staates und dessen Hauptstadt Ost-Jerusalem ist.
Geliebte Bürgerinnen und Bürger,
Es ist die Verantwortung aller Bürger – Männer und Frauen gleichermaßen –, zur Entwicklung des Heimatlandes den Beitrag leisten und seine besten Interessen und seine gerechten Anliegen verfechten zu haben.
Abgesehen davon möchte ich sagen, wie sehr ich die Bemühungen der Interessenvertreter und der treibenden Kräfte des Landes im öffentlichen und im privaten Bereiche zum Wohle des Fortschritts und der Entwicklung des Landes wertschätze.
In diesem Zusammenhang möchte ich allen Mitgliedern unserer Königlichen Streitkräfte, der Königlichen Gendarmerie, der lokalen Regierungsbehörden, der nationalen Sicherheitskräfte, der Hilfskräfte und der Notdienste für deren Hingabe und für deren beständige Mobilisierung unter meiner Führung zur Verfechtung der Einheit, der Sicherheit und der Stabilität des Landes meinen Dank aussprechen.
Wir beten für die Seelen unserer rechtschaffenen Märtyrer, vor allem für meinen gesegneten Großvater und für meinen verehrten Vater, Ihre verschiedenen Majestäten den König Mohammed V und den König Hassan II – mögen sie in Frieden ruhen.
Ich kann mir keinen besseren Abschluss dieser Ansprache vorstellen als mit den Worten des Allmächtigen: „Und Gott sendet Regen vom Himmel herab und gibt damit der Erde nach ihrem Tode Leben.“ – Wahr ist das Wort Gottes.
Wassalamu alaikum warahmatullah wabarakatuh."
-News und Events rund um die Westsahara / CORCAS-